Johanna Klee – Der Herrnhuter Stern (Mt 21)

Wie schön kann es sein, etwas Altes weiter zu verwenden …

In Gelbrot leuchtet der Stern. Sein Licht wärmt meine Wohnung.
Er bescheint Kerzen und Orangen, Anis und Zimt.
Und auch den Esel in der Krippe.

Hosianna. Hosianna.
Hosianna in der Höhe.

Mein Herrnhuter Stern.
Er ist jetzt schon viele Jahre alt.
Halb so alt wie ich.
Heute habe ich ihn vom Schrank geholt.
Ganz vorsichtig, damit er nicht fällt.
Seine Spitzen sind geknickt.
Seine Seiten sind gewellt.
Staub bedeckt das Rot.

Hosianna. Hosianna.
Hosianna in der Höhe.

Mein Herrnhuter Stern.
Acht Umzüge hat er schon überstanden.
Er hat Risse und Knicke davongetragen.
Früher habe ich ihn immer zusammengebastelt:
Jedes Jahr neu zum Ersten Advent.
Aber nun ist er in die Jahre gekommen.
Er ist zerbrechlich geworden.
Er hat seine Geschichte mit mir.
Und so wohnt er jetzt auf dem Schrank.

Hosianna. Hosianna.
Hosianna in der Höhe.

Mein Herrnhuter Stern.
Ich hänge ihn vorsichtig auf.
Er leuchtet in Gelbrot.
Das Licht leuchtet durch die Risse.
Es findet seinen Weg durch die Knicke.
Er strahlt noch mehr als jemals zuvor.
Bis hinein die finstersten Ecken der Wohnung.
Er bescheint Kerzen und Orangen, Anis und Zimt.
Und auch den Esel in der Krippe.

Hosianna. Hosianna.
Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn!
Hosianna in der Höhe.

Joni Klee wurde 1986 in Berlin geboren und war nach dem Theologie-Studium in Berlin sowie Bern zunächst an der Jugendkirche Braunschweig tätig. Seit zwei Jahren ist Joni Klee Studienleitung im Theologischen Zentrum Braunschweig. Dazu gehört die Ausbildung Ehrenamtlicher im Verkündigungsdienst und die Geschäftsführung des Atelier Sprache e. V.
Außerdem ist sie Teil der Nerdchurch

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