Hippolyt A. S. Pul – Celebrating the End of Memories

Growing up in a farming community in northern Ghana, our seasons were mapped unto the liturgical calendar of the Catholic Church, the new faith that had taken over the land. In that calendar, Advent marked the end and beginning of many things. It marked the end of the agricultural year, the winding up of the harvest, as the last long maturation crops were taken. It also marked the end of the period of food shortages, as families stored their harvests carefully in preparation for the long wait till the next harvest. The Kobine, Kakube, and Kukurbagr were festive moments that celebrated this end in thanksgiving; they also celebrate the joys of the expectant period of freedom from hunger and want – an annual rebirth from nature’s cycles of birth, death, and rebirth encoded in the seasons – a cycle whose faithfulness was so predictable in times past. Not so anymore. Christmas no longer holds a promise of celebration for the young ones; Easter has ceased to assure us of the first rains of rebirth, and Pentecost is no longer the feast of be bean leaf, the first crops many families relied on for food before the first harvest. The sudden drizzles and downpours of rain no longer celebrate Corpus Christi with us, and the Assumption no longer guarantees there will be ears of corn around the house to roast for a quick snack or even a full meal, depending on your state of hunger.

Nature, it seems, has rebelled against humanity and is refusing to cooperate with our food calendar. What did we do wrong? How did we offend nature? In times past, our elders would have sought the face of God through the ancestors and given us answers. In fear and awe, we would have hurried to do reparations – committed through sacrifices and pledges to protect forests, rivers, sanctuaries of wild life, mother earth, in sum. Today, the soothsayers (scientists) have the answers, but we have lost our fear of God; we have no need to protect his creation, nature, and its many gifts, to appease Him or avert his anger. We dare Him because we know more and decide what we want to do with his creation. And so, we trudge, year after year, meeting progressively harvestless Advent seasons and take on “drier” Christmases where our kids will never know the joys we had – dressing up in our new clothes bought from the sale of the harvests and feasting on the plentiful supplies of food each family willingly shared.

Das Ende der Erinnerungen feiern

In der bäuerlichen Gemeinschaft im Norden Ghanas, in der ich aufwuchs, waren die Jahreszeiten eng verwoben mit dem liturgischen Kalender des Katholizismus, jenes neuen Glaubens, der das Land erobert hatte. In diesem Kalender markierte der Advent Anfang und Ende vieler Dinge. Er markierte das Ende des landwirtschaftlichen Jahres, die Erntezeit, weil zu dieser Zeit die letzten Feldfrüchte mit der längsten Reifezeit geerntet wurden. Er markierte außerdem das Ende der Zeit der Nahrungsknappheit, da die Familien ihre Ernteerträge im Advent sorgfältig einlagerten, um für die lange Wartezeit bis zur nächsten Ernte vorbereitet zu sein. Kobine, Kakube und Kukurbagr waren feierliche Momente, in denen dieses Ende mit Dank gefeiert wurde; dabei wurde auch die Freude darüber gefeiert, dass nun eine Zeit ohne Hunger und Mangel bevorstand– eine jährliche Wiedergeburt („neues Aufleben“ oder auch „Auferstehung“) aus den in die Jahreszeiten eingeschriebenen natürlichen Zyklen aus Geburt, Tod und Wiedergeburt – ein Zyklus, deren immer gleicher Ablauf in vergangenen Zeiten so berechenbar war. Das ist nicht mehr so. Weihnachten birgt nicht mehr das Versprechen eines Fests für die Jüngeren; Ostern versichert uns nicht mehr der ersten Regenfälle der Wiedergeburt, und Pfingsten ist nicht länger das Festmahl der be bean leaf, jener ersten Feldfrüchte, auf die sich viele Familien als Nahrung vor der ersten Ernte verließen. Kein plötzliches Nieseln und kein plötzlicher Regenguss begleiten uns mehr an Fronleichnam, und Christi Himmelfahrt ist keine Garantie mehr dafür, dass um das Haus herum Kornähren stehen, die, je nach Hunger, für einen kleinen Happen zwischendurch oder sogar eine ganze Mahlzeit geröstet werden können.

Es scheint, als hätte die Natur begonnen, sich gegen die Menschheit aufzulehnen und würde sich weigern, mit unserem Nahrungskalender zu kooperieren. Was haben wir falsch gemacht? Wie haben wir die Natur erzürnt? In vergangenen Zeiten hätten unsere Älteren über unsere Vorfahren in Gottes Angesicht Rat gesucht und uns Antworten gegeben. Voll Angst und Ehrfurcht hätten wir uns beeilt, Wiedergutmachung zu leisten – in Form von Opfern und Schwüren, um die Wälder, Flüsse, Rückzugsorte der Wildtiere, zusammengefasst: Mutter Erde, zu schützen. Heutzutage haben die Wahrsager*innen (Wissenschaftler*innen) die Antworten, aber wir haben unsere Angst vor Gott verloren; wir sehen keine Notwendigkeit mehr, seine Schöpfung, die Natur und ihre vielen Gaben zu schützen, um Ihn zu besänftigen oder Seinen Ärger abzuwenden. Wir trotzen Ihm, weil wir mehr wissen, und entscheiden, was wir mit seiner Schöpfung machen wollen. Und so schleppen wir uns Jahr für Jahr dahin, erleben zunehmend erntelose Adventszeiten und plagen uns mit „trockeneren“ Weihnachten, an denen unsere Kinder nie die Freude empfinden werden, die wir erleben durften, wenn wir, bekleidet mit unseren neuesten, vom Geld der Ernteerträge gekauften Kleidern, die reichlichen Nahrungsvorräte verzehrten, die jede Familie bereitwillig teilte.

By: Hippolyt A. S. Pul, PhD
Institute for Peace and Development
Tamale, Ghana
Email:Hippolyt.pul@ipdafrica.org

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