Christians for Future appellieren an die Synode der EKD, an Verbindlichkeit und Ambition des Klimabeschlusses von 2021 festzuhalten

7. November 2022 – Die Synode der EKD ist in Magdeburg zusammengekommen und die Frage der Klimaneutralität steht im Zentrum. Die Christians for Future (C4F) begrüßen, dass sich die EKD für Schöpfungsverantwortung, Klimagerechtigkeit und wirksame Schritte zur Reduzierung der Treibhausgase einsetzt.

Vor einem Jahr hat die Synode in einer wegweisenden Entscheidung beschlossen, einen Prozess mit dem Ziel anzustoßen, mit hoher Verbindlichkeit bis 2035 Klimaneutralität in allen Gliedkirchen zu erreichen. Dabei war ein EKD-Klimaschutzgesetz vorgesehen, wie es auch von der EKD Roadmap vom Februar 2022 empfohlen wird. Der Rat der EKD hat diesen Beschluss am 16.9.22 nur in Teilen in der weniger verbindlichen Rechtsform einer Richtlinie und mit einem weit nach hinten verschobenen Zieldatum implementiert

Die Richtlinie erfüllt trotz ihrer Mängel eine wichtige Funktion: Sie setzt einen Mindeststandard und enthält einige gute Punkte, wie ein Moratorium für fossile Heizungen. Die Christians for Future sehen es nun als Aufgabe der Synode, das vom Rat der EKD Erarbeitete nachzuschärfen. Dabei ist neben dem Zieldatum ein wichtiger Punkt die Verbindlichkeit. “Diese Verbindlichkeit”, so Franz-Josef Klausdeinken von den Christians for Future, “ist dringend notwendig, da die Klimaziele in der EKD laut Klimaschutzbericht 2020 mehrfach verfehlt wurden. Daher sind gerade Zwischenziele und ein verpflichtendes Monitoring mit regelmäßigen, fundierten Berichten entscheidend.”

Um die ethisch erforderliche 1,5°-Grenze einzuhalten, ist über den Reduktionspfad der Roadmap hinaus Treibhausgas-Neutralität bereits bis 2030 anzustreben. Die Christians for Future begrüßen den Vorschlag in der Roadmap, dass dies durch eine Kompensation der Treibhausgasemissionen über zertifizierte Projekte erfolgt, die „corresponding adjustments“ verwenden.

Zudem sind in Übereinstimmung mit üblichen Bilanzierungsmethoden alle Objekte zu erfassen, auf die eine unmittelbare Einflussnahme möglich ist. Hierzu zählen auch vermietete Gebäude oder verpachtetes Land. Zudem werten die Christians for Future die Bereiche „Biodiversität auf Kirchenland“ und „Divestment aus allen fossilen Rohstoffen“ als wichtige Aspekte. Sie bitten darum, diese verstärkt in den Blick zu nehmen, wie es von der Roadmap auch gefordert wird.

Die Christians for Future appellieren an die Synode, die Vorlage des Rats zu verschärfen und hoffen, dass viele Landeskirchen sich in ihren Klimagesetzen an dem ethisch Gebotenen orientieren und deutlich über den Mindeststandard hinausgehen.

Die Christians for Future sind Christ*innen unterschiedlicher Konfessionen und ein Teil der globalen For-Future-Bewegung. Sie haben über 20 Ortsgruppen und vor einem Jahr umfangreiche Forderungen für mehr Einsatz für Klimagerechtigkeit an die Landeskirchen und (Erz-) Bistümer übergeben.Rückfragen an: presse@christians4future.org

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