Christians for future…

Als Christinnen und Christen antworten wir auf die globale Klimabedrohung und auf die Forderungen der Jugendlichen die sich zu „Fridays for Future“ zusammengeschlossen haben.
Auf dem Kirchentag in Dortmund sagte Luisa Neubauer von den Fridays for future:

„Liebe Menschen, die sich in Gemeinden engagieren,
liebe Kirchenvertreterinnen und Kirchenvertreter,
liebe Menschen, die sich mit Religion, Glaube, Gott, Frieden, Schöpfung, Hoffnung beschäftigen,
werdet zu unseren Verbündeten! Schließt Euch uns an, werdet zu denjenigen, die die Welt selbst retten, die die Ärmel hochkrempeln, die sich nicht ablenken lassen!“

Unterzeichnen Sie untenstehende Petition, beteiligen Sie sich aktiv und stärken damit die Bewegung „Fridays for Future“.

Schon 1540 Einzelpersonen und immer mehr Gruppen sind dabei!

Die Stellungnahme

Hier können Sie die Stellungnahme der Christians for Future unterzeichnen.
Sie ist eine Selbsterklärung und ein Instrument für unsere gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit. Denn wenn an vielen Orten viele Menschen Klimaschutz zu ihrer Sache machen, können wir etwas verändern:

Christians for future

Stellungnahme und Selbstverpflichtung von Christinnen und Christen zu den Protesten für Klimaschutz

Gott nahm das Menschenwesen und brachte es in den Garten Eden, ihn zu bearbeiten und zu beaufsichtigen. (1.Mose 2,15)

Als Christinnen und Christen sehen wir es als unsere Pflicht an, uns für die Bewahrung der Schöpfung, für die Erhaltung und Wiederherstellung einer lebensförderlichen Umwelt für alle Menschen, Tiere und Pflanzen einzusetzen. Wir haben die Verpflichtung, die achtsamen Gärtner*innen dieser Welt zu sein.
In der biblischen Tradition gilt der Bund Gottes allem Leben auf der Erde: „Was nun mich betrifft, sieh her, ich bin dabei, eine Bundesverpflichtung euch gegenüber einzugehen und gegenüber euren Nachkommen nach euch, sowie gegenüber allen Lebewesen, die bei euch sind, gegenüber Vögeln und Vieh und allen Tieren, die mit euch auf der Erde sind, gegenüber allen, die aus dem Kasten gegangen sind, gegenüber allem Leben auf der Erde.“ (1. Mose 9,9-10). Die kommenden Generationen und ihre Lebensinteressen sind dabei immer mit im Blick.

Hunderttausende junge Menschen in der ganzen Welt mahnen, jetzt der globalen Erwärmung und der drohenden Klimakatastrophe entgegen zu treten. Mehrere Zehntausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterstützen die Bewegung und bestätigen: Ihre Anliegen sind berechtigt und gut begründet.
Der Umgang mit der globalen Erwärmung wird sich erheblich auf die Chancen für Frieden und Gerechtigkeit auswirken. Wir engagieren uns in unseren Gemeinden, am Arbeitsplatz, in Freundeskreisen und Familien für den Klimaschutz und wenden uns zusammen mit den Schülerinnen und Schülern auch an die politisch Verantwortlichen. Die deutsche Bundesregierung hat das Pariser Klimaschutzabkommen von 2015 unterzeichnet. Darin haben sich die Staaten völkerrechtlich verbindlich verpflichtet, die globale Erwärmung deutlich unter 2 °C zu halten. Darüber hinaus haben alle Länder Anstrengungen versprochen, die Erwärmung auf 1,5 °C zu begrenzen. Derzeit ist offensichtlich, dass Deutschland die Etappenziele für das Jahr 2020 verfehlen wird. Die Scientists for Future stellen fest: „In allen deutschsprachigen Ländern werden beim Umbau der Bereiche Energie, Ernährung, Landwirtschaft, Ressourcennutzung und Mobilität die notwendige Größenordnung und Geschwindigkeit nicht erreicht.“
Deshalb stellen wir uns hinter die Demonstrierenden und die inhaltlichen Forderungen von „Fridays for Future“ und tragen dazu bei, dass sie verbreitet und aufgegriffen werden. Denn ohne tiefgreifenden und konsequenten Wandel für die Zukunft unserer Gesellschaft steuern wir auf eine Klimakatastrophe zu mit unabsehbaren Folgen für die Ernährung, den Zugang zu Wasser, für die Gesundheit und Wohnungsmöglichkeiten der Menschen und für den Frieden in der Welt.

Wir müssen in Deutschland ein „Nettonull“ an Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2035 erreichen, also die Treibhausgase so weit reduzieren, dass der Rest durch das ökologische System aufgenommen werden kann und nicht die Atmosphäre belastet. Der Ausstieg aus der Verstromung von Kohle ist bis zum Jahr 2030 zu realisieren, bis zum Jahr 2035 ist die komplette Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen umzustellen.
Als Sofortmaßnahmen fordern die Jugendlichen das Ende der Subventionen für fossile Energieträger, die Abschaltung von 25% der Kohlekraftwerke noch im Jahr 2019 sowie eine Steuer auf alle Treibhausgasemissionen. Der Preis für den Ausstoß von Treibhausgasen muss schnell so hoch werden wie es die Kosten sind, die durch diese Treibhausgasemissionen uns und zukünftigen Generationen entstehen. Laut Umweltbundesamt sind das 180 Euro pro Tonne CO2.

Wir arbeiten dabei mit der Plattform ‚WeAct‘ zusammen, deshalb erreicht alle Unterzeichner*innen eine Bitte um Bestätigung per E-Mail von WeAct.

Warum ist das wichtig?

Rüstung, Militär und Krieg tragen gegenwärtig wesentlich zur Emission von Treibhausgasen und zur Vergiftung von Böden, Wasser und Luft bei. Außerdem werden gigantische Summen ins Militär investiert (1,7 Billionen Dollar pro Jahr), die den Klimaschutz weltweit finanzieren könnten. Auch hier sind alle Staaten gefordert, erhebliche Reduktionen vorzunehmen.

Als Christinnen und Christen, arbeiten wir mit daran, mit neuem Mut und mit der notwendigen Geschwindigkeit erneuerbare Energiequellen einzuführen. Wir wollen Energiesparmaßnahmen konsequent umsetzen und die Muster unserer Ernährung, unserer Mobilität und unseres Konsums so einrichten, dass sie mit den Zielen von „Fridays for Future“ zusammenpassen. Schon vor 2000 Jahren stellte Jesus fest, dass die Menschen wissen, was sie zum Leben brauchen. Aber an einem fehlt es und dies mahnt er an: „Handle so und du wirst leben“(Lukas 10,28) Also lasst uns vom Wissen zum Tun kommen, wie es die Jugendlichen berechtigt fordern.

Nur wenn wir zügig und konsequent handeln, können wir die Erderwärmung begrenzen, das Massenaussterben von Tier- und Pflanzenarten aufhalten, die natürlichen Lebensgrundlagen bewahren und eine lebenswerte Zukunft für derzeit lebende und für kommende Generationen gewinnen. Genau das möchten die jungen Menschen von „Fridays for Future“ und Klimastreik erreichen. Sie wollen wir achten und unterstützen.

 

Bibelzitate sind der Bibel in gerechter Sprache entnommen.

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